Gitarre stimmen

Josef Greppmair

Zum Gitarre Stimmen sollte man man erst einmal Grundlegendes wissen: Üblicherweise hat eine traditionelle Gitarre sechs Saiten. Ausnahmen von dieser Regel sind eher selten. Daher bezieht sich dieser Eintrag ausschließlich auf sechssaitige Gitarrenmodelle. Jeder einzelnen Gitarren-Saite wird in der Standardstimmung ein genau definierter Ton zugeordnet. Alle Töne beziehen sich dabei auf den Kammerton a’ (440 Hz). Die Standardstimmung ist Grundvoraussetzung für das Erlernen des Gitarrenspiels. Davon abweichende Stimmungen, sogenannte Open Tunings (“offene Stimmungen”), stellen einen Sonderfall dar und werden an anderer Stelle beschrieben. Bei der Standardstimmung müssen die leer angespielten Saiten der Gitarre von der tiefsten (und dicksten) Saite der Gitarre ausgehend in den Tönen E – A – d – g – h – e’ gestimmt werden. Um sich diese Töne und ihre Reihenfolge besser einprägen zu können, gibt es mehrere Eselsbrücken in Form von Merksätzen.

Die beiden bekanntesten Merksätze zum Gitarre Stimmen lauten:

  • Eine Alte Dame geht heute Einkaufen und
  • Ein Anfänger der Gitarre hat Eifer.

Soweit die Theorie. In der Praxis stellt das Gitarre Stimmen gerade für Anfänger zumeist ein Problem dar. Trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten ist es unabdingbar zumindest eine Methode des Stimmens zu erlernen, denn: Nichts ist frustrierender als auf einem verstimmten Instrument zu spielen. Auch bei sauberer Greiftechnik klingt eine verstimmte Gitarre immer falsch und verhindert jeden Lernerfolg. Natürlich gibt es die Möglichkeit ein elektronisches Stimmgerät zu benutzen – die modernen Geräte sind klein, zuverlässig und preiswert. Um aber mit deinem Instrument wirklich vertraut zu werden, solltest du die grundlegende Technik des Stimmens nach Gehör üben.

Im Folgenden soll die einfachste Technik erklärt werden:

Als erstes brauchst du den Grundton einer einzelnen Saite. Nach dem Ton A eines Klaviers, einer Stimmgabel, einer Stimmpfeife oder einer anderen (gestimmten) Gitarre stimmst du zuerst die A-Saite deiner Gitarre. Nach dieser Saite wird der Rest der Gitarrensaiten gestimmt. Dazu greifst du die tiefe E-Saite im fünften Bund und schlägst zuerst sie und dann die bereits gestimmte A-Saite an. Diese beiden Töne müssen gleich klingen. Ist das nicht der Fall, drehst du am Wirbel der E-Saite bis beide Saiten in der gleichen Tonhöhe schwingen. Dann greifst du die A-Saite im fünften Bund, schlägst sie an, und vergleichst den Ton mit dem der leeren D-Saite. Auch diese beiden Töne müssen gleich klingen. Falls nicht, stimmst du die D-Saite höher oder tiefer bis die Tonhöhe passt. Genauso verfährst du mit D- und G-Saite: D-Saite im fünften Bund spielen und die leere G-Saite angleichen. Dann kommt die einzige Ausnahme: Die G-Saite wird im vierten Bund gegriffen und mit der leeren H-Saite verglichen. Stimmt die H-Saite, greifst du diese wieder im fünften Bund und gleichst die hohe E-Saite an. Fertig! Das klingt komplizierter als es ist, braucht aber einige Übung. Daher gilt: Lass dich nicht entmutigen! Dein Gehör wird sich kontinuierlich verfeinern.