Stell Guitar

Josef Greppmair

Steel Gitarre (auch: Steel Guitar) ist der Oberbegriff für zwei miteinander verwandte Gitarren-Typen: die Lap-Steel-Gitarre (Hawaiigitarre) und die daraus weiterentwickelte Pedal-Steel-Gitarre.

Lap-Steel-Gitarren sind sowohl als elektrische Variante ohne Resonanzkörper als auch in akustischer Bauweise mit Resonanzkörper (oft aber nicht zwingend aus Metall) erhältlich. Ihre Besonderheiten liegen in der Spielweise und ihrer offenen Stimmung (Open Tuning). Der Musiker legt im Sitzen die Lap-Steel-Gitarre mit nach oben zeigenden Saiten auf die Oberschenkel. Aufgrund der hohen Saitenlage fungiert die linke Hand nicht wie üblich als Greifhand, sondern spielt das Instrument mit einem Stab aus massivem Metall (Steelbar) oder einem Metallrohr. Der dabei entstehende Sound ist von einem starken Glissando geprägt und ähnelt dem Klang einer mit dem Bottleneck gespielten Slide-Gitarre. Häufige Verwendung findet die Lap-Steel-Gitarre in der Hawaiimusik, dem Blues und der Country-Musik. Die Ursprünge dieser Spieltechnik gehen auf den Hawaiianer Joseph Kekuku im Jahr 1895 zurück. Um die Spieltechnik dieser speziellen Gitarre zu lernen, empfehlen sich gute Grundkenntnisse im herkömmlichen Gitarrenspiel. Insbesondere die gewohnten Zupf- und Anschlagtechniken der rechten Hand sind beim Steel Gitarre lernen sehr hilfreich.

Als mechanische Weiterentwicklung der Lap-Steel-Gitarre fand die Pedal-Steel-Gitarre seit den 1930er Jahren große Verbreitung. Bei diesem Gitarren-Typ fällt sofort der vollständige Verzicht auf einen Resonanzkörper ins Auge. Pedal-Steel-Gitarren werden grundsätzlich elektrisch verstärkt. Obwohl mittlerweile viele verschiedene Modelle erhältlich sind, hat sich die klassische Bauweise mit zwei Hälsen als Standard durchgesetzt. Die beiden Hälse sind fest auf einem tischähnlichen Gestell montiert. Der an dem Instrument sitzende Musiker kann mit den Füßen und Knien diverse Pedale und Hebel bedienen. Sie dienen der Veränderung von Tonhöhe und Lautstärke und sind mitverantwortlich für den typischen Sound der Pedal-Steel-Gitarre. Üblicherweise sind beide Hälse mit jeweils 10 Saiten bestückt (double ten-Modell) und werden in zwei verschiedenen offenen Stimmungen gespielt. Standardmäßig kommen hier die Open Tunings E9 und C6 zum Einsatz. Die häufigste Verwendung finden Pedal-Steel-Gitarren heutzutage in der Country Musik. Sie sind hauptverantwortlich für den typischen Nashville-Sound. Aber auch in anderen Musikstilen, wie Jazz, Rock und Blues, kommen Pedal-Steel-Gitarren immer wieder zum Einsatz. Auch um die Spieltechnik dieser speziellen Gitarre zu lernen, sind fundierte Grundkenntnisse im herkömmlichen Gitarrenspiel hilfreich. Erschwerend kommt beim Erlernen der Pedal-Steel-Gitarre die wichtige Mitarbeit der Beine hinzu. Hier ist ein hohes Maß an Koordinationsfähigkeit eine der wesentlichen Voraussetzungen.