Westerngitarre

Josef Greppmair

Wie bei der E-Gitarre sind die Saiten der Westerngitarre (auch Steel Guitar) aus Stahl und haben somit eine deutlich höhere Spannkraft. Daher ist ihr Hals mit einem Eisenstab im Kern (Halsspannstab) verstärkt. Das schmale Griffbrett ist leicht gewölbt. Wie die klassische Gitarre hat die Westerngitarre in der Regel sechs Saiten mit der Standardstimmung E A D G H E; es gibt aber auch Modelle mit 12 Saiten.

Dann begleitet jede der tiefsten Saiten – E, A, D, G – eine dünnere Saite mit dem jeweils ersten Oktavton. Jede der hohen Saiten, also H und E’, existiert doppelt. Daher tönen Zwölfsaiter heller, was insgesamt zu ihrem volleren Klang führt. Leicht gegeneinander verstimmte Doppelsaiten führen zusätzlich zu Choruseffekten. Doppelbespannungen mit besonders dünnen Saiten lassen sich dann auch mit schwächerer Griffhand spielen.

Die häufigsten Korpusformen sind Dreadnought, Jumbo, Grand Auditorium, Auditorium und Parlour. Mit Tonabnehmer ist sie die meist verwendete akustische Gitarre im Live- und Bandbereich. Ihre Decke kommt zumeist von Fichten oder Zedern, während Zargen und Böden aus vielen Hölzern entstehen: Mahagoni, Palisander und Padouk sowie Nussbaumholz (amerik.) und Zebrano bilden geläufigere Beispiele.

Die Gitarre wird entweder gezupft gespielt (Fingerpicking) oder mit einem Plektrum bzw. Pick geschlagen (Strumming). Vorteil für Anfänger: Das schmale Griffbrett erleichtert das Greifen der ersten Akkorde. Nachteil: Die Stahlseiten sind härter als die Nylonsaiten der klassischen Gitarre und die Finger brauchen länger, um sich daran zu gewöhnen.